Immobilienbewirtschafter tägliche Probleme – Folge 3: Die tickende Zeitbombe «Schema III»
Das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI verschärft die Gangart: Was die neue Weisung 225 für Ihre Liegenschaften bedeutet.
In modernen TN-S-Installationen ist die Sache klar: Jede Steckdose wird sauber mit drei separaten Drähten angefahren – Aussenleiter (braun/schwarz), Neutralleiter (blau) und Schutzleiter (gelb-grün). Doch in vielen Schweizer Altbauten lauert ein Relikt vergangener Jahrzehnte: Das sogenannte **Schema III**. Bei dieser zweiadrigen Installation existiert kein separater Erdleiter; stattdessen ist der Neutralleiter direkt in der Steckdose mit dem Schutzleiterkontakt überbrückt. Ein System, das seit 1985 nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und bei einem Neutralleiterunterbruch unter Lebensgefahr den vollen Strom auf das Gehäuse angeschlossener Geräte leiten kann.
ESTI-Weisung 225: Die Pflichten für Eigentümer und Verwaltungen
Mit der aktuellen **ESTI-Weisung Nr. 225** greift die Aufsichtsbehörde konsequent durch. Der gewohnte Besitzstandsschutz greift hier nicht mehr. Sobald eine Liegenschaft umgebaut, massiv verändert wird oder moderne Technologien wie PV-Anlagen und E-Ladestationen einziehen, greift die **strikte Sanierungspflicht**. Zudem hat das ESTI das Gefahrenpotenzial – verschärft durch fehlende FI-Schutzschalter (RCD) und oft morsche Baumwollleitungen – neu eingestuft: Befindet sich auch nur eine einzige Schema-III-Steckdose in der Liegenschaft, verkürzt sich die Kontrollperiode für die **gesamte Installation radikal auf 5 Jahre**.
Infografik: Gefahrenquelle Nullung nach Schema III
Wie funktioniert die Sanierung auf eine moderne TN-S-Installation?
Um eine veraltete Schema-III-Installation fachgerecht zu sanieren und auf den sicheren TN-S-Standard zu bringen, müssen die alten Brücken in den Steckdosen zwingend verschwinden. Konkret bedeutet das für den ausführenden Elektriker:
- Schutzleiter nachziehen: Zu jeder betroffenen Steckdose muss ein zusätzlicher, separater Schutzleiterdraht (gelb-grün) von der Verteilung her eingezogen werden.
- Brücken entfernen: Die bestehenden, lebensgefährlichen Brücken zwischen dem Neutralleiter und dem Schutzleiterkontakt direkt an den Steckdosen werden komplett ausgebaut.
- Sicherheitsupgrade: Durch die saubere Trennung der Leiter kann in der Unterverteilung endlich der heute vorgeschriebene FI-Schutzschalter (RCD) installiert werden, welcher im Fehlerfall blitzschnell den Strom abschaltet.
Haftungsrisiken minimieren – Rechtzeitig handeln
Ignorieren ist für Immobilienverwalter und Eigentümer keine Option: Wer eine solche Installation wissentlich belässt, trägt bei Unfällen oder Bränden die **vollständigen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen**. Als zertifiziertes, unabhängiges Kontrollorgan decken wir gefährliche Schema-III-Installationen auf, dokumentieren diese präzise für Ihren Elektriker und bewahren Sie vor Haftungsrisiken sowie unnötig kurzen Kontrollzyklen.
Erfahren Sie mehr über unsere massgeschneiderten Services für Immobilienverwaltungen, unseren Prüfservice für die Elektrokontrolle in Zürich oder informieren Sie sich direkt beim ESTI über die offiziellen Richtlinien.
Haben Sie Liegenschaften mit Jahrgang vor 1985 im Portfolio oder steht die periodische Kontrolle an? Kontaktieren Sie uns direkt für eine sichere Überprüfung: 👉 elektrokontrollen-siebenthal.ch/kontaktformular/
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